Donnerstag, 31. Dezember 2009

Stabreim for the 31st of December

Die Zitadelle von Zwiesel

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Stabreim for the 30th of December

Der Wagenheber von Wiesloch

Dienstag, 29. Dezember 2009

Stabreim for the 29th of December

Das Verlustgeschäft von Vilsbiburg

Montag, 28. Dezember 2009

Stabreim for the 28th of December

Die Ukulele von Uruguay

Sonntag, 27. Dezember 2009

Sunday, time for a tail rhyme

Das Stück Blei von Shanghai

Samstag, 26. Dezember 2009

Stabreim for the 26th of December

Der Tannenbaum von Tadschikistan

Freitag, 25. Dezember 2009

Stabreim for the 25th of December

Der Simpel von Syrakus

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Stabreim for the 23rd of December

Das Quantum Trost von Quezon

Dienstag, 22. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht der Folgen 311 bis 324

Folge 324:

In der Nacht zum Palmsonntag unternimmt Hofrat Behrens einen zweiten Versuch, sich selbst zu röntgen. Doch wieder ist auf den Aufnahmen nichts zu erkennen. Er hat sie abermals falsch belichtet...

Ein Filmproduzent wird auf Frau Stöhr aufmerksam und spricht sie mit Signora Duse an, worüber Frau Stöhr sich wütend echauffiert.

Unter Tränen übergibt Frau Iltis dem Postboten einen geheimen Brief.

Ein Inspektor Charles "Holmes" von Scotland Yard erbittet von Hans ein Gespräch unter vier Augen...

Stabreim for the 22nd of December

Das Purgatorium von Pyrmont

Sonntag, 20. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht der Folgen 311 bis 324

Folge 323:

Naphta veranstaltet seine erste Modenschau, mit Clawdia und Frau Iltis als Mannequins. Settembrini ist von der Collection und deren byzantinischen Einflüssen, die er zu erkennen glaubt, hingerissen.

Gerührt versöhnt er sich mit Naphta auf der Planche. Frau Stöhr zwinkert Settembrini auffällig mit einem Auge zu.

Dr. Krokowski beobachtet Settembrinis Glück mit Eifersucht. Auf der Toilette eröffnet er dem Italiener, daß dieser keine Lungen mehr besitze, sondern seit Jahren gefährliche Bauchatmung betreibe.

Frau Iltis wartet vergeblich auf Pirmin. Spät am Abend erscheint ein Bote. Eine kalbende Kuh sei der Grund für Pirmins Fernbleiben. Sie kann es nicht glauben...

Morgen: Folge 324

Sunday, time for a tail rhyme

Der Bach-Chor von Ulan Bator

Samstag, 19. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht der Folgen 311 bis 324

Folge 322:

Hans möchte DJ werden und veranstaltet eine Soiree de disques im Großen Salon. Frau Stöhr wünscht sich "Die Jahreszeit" von "Waldi". Hans kann das Werk nicht finden und legt versehentlich "Rock'n Roll Gipsy" auf.

Frau Stöhr empfindet den Song als Affront und persönlichen Angriff. Verbittert bricht sie mit Hans und verweigert Settembrini den Gute-Nacht-Gruß.

Frau Iltis unternimmt eine romantische Bergwanderung mit Pirmin. Vor dessen Almbauernhof angelangt, will er ihr den Kuhstall zeigen, was sie nicht ohne Hysterie und unter Hinweis auf ihre Garderobe ablehnt. Verstimmt steigen sie wieder ab...

Morgen: Folge 323

Stabreim for the 19th of December

Der Obama von Oberaudorf

Freitag, 18. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht der Folgen 311 bis 324

Folge 321:

"Tüchtiger Sonntag" in Davos:   

Hofrat Behrens amüsiert sich beim Schneeschuh-Tanz mit Dirnen vom Dorf.

Krokowski steht beim Schnapseln mit Bauern seinen Mann.

Clawdia würdigt Hans keines Blickes. Aus Trotz flirtet jener mit der Slalomläuferin Erika.

Frau Iltis gewinnt den spannenden Wettbewerb im demi-conduit.

Tragisch der Verbleib Settembrinis. Er bricht sich beim Skijöhring ein Bein.        

Abends statten die Bewohner des Sanatoriums dem ans Bett Gefesselten einen herzlichen Besuch ab. Frau Stöhr zeigt sich weniger abweisend und läßt den Invaliden erstmalig ihre Hand halten.

Morgen: Folge 322

Stabreim for the 18th of December

Das Nagetier von New Jersey

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht der Folgen 311 bis 324

Folge 320:

Naphta kehrt zurück. Auf dem Weg nach Zürich war er in einen Schneesturm geraten, hatte sich verirrt und Zuflucht in einer Almhütte gefunden, die der als verschollen geltende Modeschöpfer Billy Birgel bewohnt. Birgel gab ihm wertvolle Ratschläge, und Naphta will seine Collection nun in Davos fertigstellen.

Naphta trägt einen gelben Plüschmantel und Robin-Hood-Stiefeletten. Er kreiert damit einen neuen Modetrend.

Der lustige Kalmücke, inzwischen zum Liebling des Sanatoriums avanciert, tritt die Rückreise in seine Heimat an. Als bedeutender Politiker muß er sich wieder der Probleme seines Landes annehmen.

Morgen: Folge 321

Stabreim for the 16th of December

Der Melancholiker von Mainkofen

Montag, 14. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht der Folgen 311 bis 324

Folge 319:

Ein kranker Kalmücke trifft im Sanatorium ein. Über sein Betragen herrscht allgemeine Empörung. Er spuckt auf den Boden und hinterläßt Sonnenblumenkernreste auf dem Mobiliar im großen Salon.

Unter Führung von Frau Stöhr bildet man einen "Benimm-Verein".

Zum Erstaunen aller tritt der Kalmücke dem Verein bei. Schon am nächsten Tag ist sein Benehmen von dem der anderen Gäste nicht mehr zu unterscheiden.

Frau Iltis erklimmt den örtlichen Idiotenhügel und ist von der Aussicht begeistert. Doch auch ihr Führer Pirmin gefällt...

Morgen: Folge 320

Stabreim for the 14th of December

Der Landsknecht von Littleton

Sonntag, 13. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht der Folgen 311 bis 324

Folge 318:

Hans erhält einen Brief mit der Aufforderung seines Onkels, er müsse sofort nach Hamburg aufbrechen, er habe das erfolgreiche Venus-Hill-Restaurant geerbt. Eine schlaflose Nacht hindurch ringt Hans mit seinem Gewissen. Endlich entscheidet er sich für die Pflicht. Schon am Bahnhof in 'Platz' stehend, erhält er ein Telegramm von Clawdia: "Hans, verweile doch, du bist so schön."

Frau Iltis trifft mit ihrer Freundin Frau Stöhr aufwendige Vorbereitungen für ihre erste Bergtour.

Am Abend erscheint Hans wieder beim Essen...


Morgen: Folge 319

Sunday, time for a tail rhyme

Das Ei von Versailles

Samstag, 12. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Zum Jahrestag der Erstveröffentlichung: 
Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht    

Folge 317:

Naphta vertraut Hans an, Modeschöpfer werden zu wollen und präsentiert ihm einige Skizzen. Hans ist entsetzt, wahrt aber die Contenance und lobt die Entwürfe. Derart ermutigt verläßt Naphta Davos und bricht auf nach Zürich.

Frau Iltis will Bergsteigerin werden und erkundigt sich bei Einheimischen nach Anfängertouren.

Doktor Krokowski hält einen Vortrag zum Thema Zeit. Ungeschickt behauptet Frau Stöhr, die Zeit sei ein Lette und empört dadurch einige Russen.


Morgen: Folge 318

Stabreim for the 12th of December

Der Koronarkreislauf von Korinth

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht

 
Folge 316:

Ein fahrender Händler trifft im Sanatorium ein. Sein merkwürdiger Aufzug - er trägt Hochwasserhosen und hat seine Haare zu einer Art pomadisierter Roulade aufgetürmt - erweckt allgemein Reserviertheit. Allein Hans läßt sich von der schnodderigen Beredtheit des Männleins fesseln, und ersteht einige Schallplatten. Kurz darauf ist der Händler verschwunden.

Als Hans die Platten unter die Lupe nimmt, stellt er verblüfft fest, daß es sich um Rock'n Roll-Aufnahmen handelt. Während er sie begeistert im kleinen Salon präsentiert, wird eine Reihe von Zuhörern ohnmächtig.

Settembrini wacht am Bett der bewußtlosen Frau Stöhr. Als sie erwacht, gesteht er ihr seine Liebe. Frau Stöhr bleibt distanziert und nennt ihn beim Abschied, scheinbar absichtlich, erneut Semmelbrini.



Morgen: Folge 317

Stabreim for the 9th of December

Die Jedi-Ritter von Jettenbach

Dienstag, 8. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht 

Folge 315:

Peeperkorn erholt sich von seinen Beschwerden. Bei einem Spaziergang im Garten versöhnt er sich mit Frau Stöhr. Frau Stöhr schenkt ihm symbolisch einen Strauß blauer Veilchen.

Clawdia zertrümmert versehentlich die Tür zum Speisesaal. Von Hofrat Behrens zur Rede gestellt, leugnet sie die Tat. Hans kommt ihr zu Hilfe und lädt ihre Schuld auf sich. Clawdia lächelt ihn fremdländisch an.

Frau Stöhr hat plötzlich weniger Hunger. Ist es der Magen?



Morgen: Folge 316

Stabreim for the 8th of December

Das Ihmchen von Indianapolis

Montag, 7. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Zum Jahrestag der Erstveröffentlichung:
Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht

  
Folge 314:
Ein gefährlich aussehender Asiat tritt beim Mittagessen hinter einem Vorhang hervor und stürzt sich mit einer Machete auf den "Zarewitsch". Der "Zarewitsch" weicht geschickt aus und bricht dem Asiaten das Genick.
Nun stellt der "Zarewitsch" sich wirklich vor. Es ist Mynheer Pieter Peeperkorn. Er hatte seinen Tod nur simuliert, um seine Feinde zu täuschen, die indonesische Mafia.
Zum Einstand hält Peeperkorn gewaltig Tafel. Es gibt Schlachtschüssel mit Blutwurst, eine indonesische Spezialität...
Im Schwips verwechselt Frau Stöhr Indonesien mit Indien und gerät darüber mit Peeperkorn in Streit. Mit einem Bruststechen verläßt der alte Mann den Salon.
Hans' Buch "Ocean steamships" ist verschwunden. Er verdächtigt Herrn Albin, doch der, so sagt man, ist am Morgen nach London abgereist...

Stabreim for the 7th of December

Die Heckenschere von Helgoland

Sonntag, 6. Dezember 2009

Stabreim for the 6th of December

Das Granatenweib von Graubünden

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Zum Jahrestag der Erstveröffentlichung: 
Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht

Folge 313:  

Der tote Mann wird von zwei eingetroffenen Kriminalräten identifiziert. Es handelt sich um einen Frauenmörder, der vor zwei Tagen aus der Zürcher Haftanstalt ausgebrochen war. Er hatte sich unter Frau Stöhrs Bett vor der Polizei versteckt und war dort qualvoll erstickt.

Clawdia trifft auf einen geheimnisvollen Russen, der sich als "Zarewitsch" vorstellt. Clawdia kannte früher den Zarewitsch persönlich und mißtraut dem Fremden...

Herr Albin zeigt ungewöhnliches Interesse an Hans' Buch "Ocean steamships".


Morgen: Folge 314

Samstag, 5. Dezember 2009

Dem Zauberberg zum Fünfundachtzigsten

Zum Jahrestag der Erstveröffentlichung:

Die letzten Zauberberg-Folgen, eine Übersicht

Erinnern wir uns:

In Folge 311 gerät Hans Castorps Cousin Joachim Ziemßen bei einem Startversuch mit seinem neuesten Flugapparat unter einen Pferdeschlitten und stirbt tragisch.

Am Abend herrscht Trauer im 'Sanatorium Sonnenschein'.

Auf einer Seance versucht Dr. Krokowski, Kontakt mit dem Geist des Verstorbenen herzustellen. Es erscheint der krank und erschöpft wirkende Geist Friedrich Nietzsches. Doch die Rede des Philosophen bleibt aufgrund atmosphärischer Störungen unverständlich, und die Teilnehmer verstehen immer nur die Worte Kampf, Wurst und Übermensch. Krokowski bricht die Seance verzweifelt ab.


Folge 312:

Das Sanatorium nimmt Abschied von Joachim Ziemßen.

Auf der Trauerandacht in der Hauskapelle gewährt Clawdia Hans einen kurzen Blickkontakt.

Am offenen Grab singen Frau Stöhr und Michael Schanze das Duett "Jo, Grüzi, Jo." (erhältlich auf CD).

Abends entdeckt Frau Stöhr unter ihrem Bett einen Toten und verfällt in panikartigen Stupor. Der von Hans und Frau Iltis herbeigeholte Krokowski kann sie mit Hilfe von Autosuggestion beruhigen.

Als alles schon schläft, führt der von Vorahnungen geplagte Hofrat Behrens eine Röntgen-Untersuchung an sich selbst durch. Doch das Radiogramm bleibt ohne Ergebnis. Behrens hat die Aufnahmen falsch belichtet. Erstmals in seiner Karriere…



Morgen: Folge 313

Stabreim for the 5th of December

Der Fusel von Fluminense

Freitag, 4. Dezember 2009

Stabreim for the 4th of December

Der Egerländer von Enschede

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Stabreim for the 3rd of December

Die Dattelpalme von Darwin

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Stabreim for the 2nd of December

Der Chickenburger vom Tschad

Dienstag, 1. Dezember 2009

Stabreim for the 1st of December

Der Benzinkanister von Braunschweig

Montag, 30. November 2009

Stabreim for the 30th of November

Der Alexandriner von Arnstadt

Sonntag, 29. November 2009

Stabreim for the 29th of November

Die Zwangsneurose von Zwickau

Samstag, 28. November 2009

Stabreim for the 28th of November

Die Worfel vom Wörthersee

Freitag, 27. November 2009

Stabreim for the 27th of November

Die Verbandswatte von Vöslau

Donnerstag, 26. November 2009

Stabreim for the 26th of November

Der Uz von der Uckermark

Mittwoch, 25. November 2009

Stabreim for the 25th of November

Das Turnzeug von  Tripolis

Dienstag, 24. November 2009

Stabreim for the 24th of November

Der Sirtaki-Tänzer von Singen

Montag, 23. November 2009

Stabreim for the 23rd of November

Das Reimlexikon von Rouen

Sonntag, 22. November 2009

Stabreim for 22nd of November

Der Quälgeist von Quedlinburg

Samstag, 21. November 2009

Stabreim for the 21st of November

Der Pleonasmus von Plauen

Freitag, 20. November 2009

Stabreim for the 20th of November

Der Orca vom Oderbruch

Donnerstag, 19. November 2009

Was bitteschön ist ein Twalm?


Vor einer Weile im Internet aufgetaucht sind sogenannte Twalme, Psalm-Bearbeitungen, deren eingetwitterter Wortlaut vermutlich die humorvolle und up to date befindliche Lebens- und Geisteshaltung des Autors zum Ausdruck bringen soll.
Ein Beispiel für solche Twalme ist:
"Und ob ich schon twitterte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück."
Ein weiteres dieses:
"Er twitterte und es geschah; er befahl und es stand da."
Bisher ist die Twalm-Welle noch überschaubar. Selbst unter Berücksichtigung meiner totalen Recherche-Unfähigkeit kann es sich bisher höchstens um zwei nicht übermäßig beachtete Handvoll handeln, plus eine inspirierte Bitte auf Twitter, noch mehr Twalme zu produzieren.
Man kann man sich schon vorstellen, dass manch Leser so einen Twalm ganz kurios und lustig findet. Pathos gegen Moderne, alt gegen neu, schnell kann da ein klein Späßlein draus werden. Mir dagegen sind die Twalme schon beim ersten Lesen sauer aufgestoßen, weshalb sich die Frage stellt, wieso ich mich mit diesem Phänomen überhaupt beschäftige. Wieso, wenn mir das Ganze ohnehin nicht gefällt, gehe ich nicht einfach drüber hinweg wie über tausend andere Dinge per dies, mensim oder annum auch?
Der Grund ist, dass ich mich einfach mehr als über andere Dinge darüber geärgert habe. Was mich vom ersten Moment an frappant gegen die Gagform Twalm eingenommen hat, ist die offenbare Gedanken- und auch Bezugslosigkeit, mit der hier lustig über eine Form tieferen Gefühls, und sei es auch nur ein imaginiertes, hinwegschwadroniert wird.  Vermutlich deshalb haben die Twalme mich sofort auch an mein Lieblings-Feindbild Fritz Vogelind, den Biedermann und IT-Poeten schlechthin, erinnert. Genüsslich würde Vogelind sich über jedem Twalm seinen Bauch reiben und selbst noch ein paar mies gewürzte Twalme hinzufügen.
Recht folgerichtig hat sich mir im Verlauf meines Ingrimms schließlich auch die grundsätzliche Frage nach dem Bezugssystem der Twalmisten gestellt, und mir schwant, dass sie, zumindest auf der selbstreflexiven Ebene, kein wirklich wohldefiniertes besitzen, außer selbstverständlich jenem allgegenwärtigen Geistige-Solisten-im-Internet-Bezugssystem, in welchem alle Dinge sich darum drehen, irgendwie, und dann möglichst viel, Interesse zu generieren.
Natürlich ist das Fehlen eines Bezugssystems noch kein Weltuntergang. Wir leben in einem freien Land, mehr noch im Staate Internet, in einem Rechtsstaat obendrein, jeder darf schreiben, was immer er will, und dies soll hier prinzipiell gutgeheißen werden – fragen möchte ich aber, auch und vor allem, um meinen Unmut und diesen Text überhaupt zu rechtfertigen, welche Bedeutung Leuten wie Vogelind und den Twalmisten zukommt - und lassen sich daraus vielleicht sogar irgendwelche höheren Schlüsse ziehen?
Ich möchte hierzu eine Beobachtung anführen, die mich auch ohne Twalmhuberei bereits seit einiger Zeit beschäftigt.
Es ist diese Beobachtung eine innere Unbeteiligtheit, möglicherweise ein Nicht-Beteiligt-Sein-Können einzelner Personen an den Menschen und Individuen ihres näheren und weiteren Umfelds. Eine Unbeteiligtheit, wie sie wahrscheinlich die ganzen letzten vierzigtausend Jahre schon immer vorgekommen ist, die mir aber doch eine zunehmend starke öffentliche Präsenz zu gewinnen scheint, gerade durch die Personen, die sich irgendwie in der Öffentlichkeit zu äußern versuchen. Dabei meine ich noch nicht notwendig eine pathologische, antisoziale Ausprägung solchen Verhaltens. Was mich vor allem bewegt, ist ein allgemeines Nicht-Ernst-Nehmen als bewusste Haltung. Dieses Nicht-Ernst-Nehmen, man könnte es vielleicht auch als Albernheit definieren, als eine umfassende, als generalisierte Albernheit, zeichnet sich dadurch aus, dass man es mit Humor gerade nicht gleichsetzen kann. Humor setzt emotionale Beteiligtheit voraus. Wer überhaupt nichts mehr ernst nimmt, dem entziehen sich mit dem echten und offenen Lachen schließlich auch Sinn und Daseinsgrundlage des Humors.
Nichts natürlich gegen Humor und "Sich-Lustig-Machen" in allen ihren Ausformungen, der Ironie beispielsweise. Man kann es mit der Ironie zweifellos sehr, sehr weit, ja, bis zum mühsamen Äußersten treiben, und dabei immer noch eine gewisse Qualität behalten (man denke an so geniale wie nicht zimperliche Rundumschläger wie Seth MacFarlane oder an Thomas Mann, den Unvermeidlichen, wenn er gerade zu wenig oder ein bisschen zu sehr "in shape" war). Es muss bei allem humorvollem Tun aber, auf welche Art immer, und sei sie noch so wenig präsent, eine in der Nähe des Themas befindliche Grenze spürbar sein, über welche der Autor nicht hinaus geht. Nur so kann er als Person Gestalt gewinnen, nur so kann ein Witz entstehen. Nihilismus und blanke Dummheit bringen niemanden zum Lachen.
Dieses scheint mir auch mein eigentlicher, und nur ein ganz klein wenig moralingefärbter Kritikpunkt an den Twalmen zu sein: Ohne Zusammenhang über Personen herzuziehen, die es nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst wirklich ernst meinen, und zu diesem Personenkreis zähle ich auch die ursprünglichen Psalmisten, erscheint mir einfach ausgesprochen öde, nicht wenig ärgerlich, überhaupt nicht lustig, nicht untypisch für den oft elend-biederen Ich-hab-hunderttausend-Freunde-Twitter-Hype und deshalb bedenkenswert.
Der Vorteil einer solchen vor Gaudi alles niederwalzenden Einstellung (und dies ist natürlich zu berücksichtigen, schließlich sind wir mittlerweile ja fast alle harte Arbeiter in Appolos, in Axel Springers, in Gottes so gar nicht mehr katholischem Weinberg, schließlich verspürt eine feststellbar wachsende Zahl braver Staats- und Weltenbürger den Wunsch, möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren) ist das unendliche Feld von Pointen, das sich auf diese Weise eröffnet. Hat man nun nicht die Möglichkeit, alles durch jeden noch so dünnen Kakao zu ziehen? Alles ist auf diese Art möglich, unbegrenzt Content steht derart auf Abruf bereit. Wie wär's etwa mit Plinius, meine sehr verehrten Twitterer, Damen und Herren:
"An manchen Tagen bin ich voll Niedertracht, twittere, spiele geistesabwesend, bin Mensch."
Oder mit Augustin. Man stelle sich den guten alten, ewig jungen Augustinus vor, wie er dasteht, die Arme gen Himmel reckend, mit himself und HIMSELF mal wieder völlig im Reinen, und tönt:
"Du hast uns doch zu Dir hin erschaffen, oh Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es twittert in Dir."
Oder, und das ist es als Beispiel ja überhaupt! Die Klage einer alten Kambodschanerin über ihre eben von den Khmer, von Godzilla oder von Steven Segal exterminierte Familie:
"Oh, wie weh ist mir ums Herz, Leute, doch hab ich erst mal getwittert und die nächste Backstage-Folge von "Kambodscha sucht den Superstar" gesehen, ist mir bestimmt wieder wohl."
Oder Luther, zu guter und abschließender Letzt, alter Gourmand und Genussmensch, der er war, lifelong für einen Kalauer zu haben:
"Hier twitter ich und kann nicht anders!"
Doch he, was soll der ganze religiös-philologische Kontext überhaupt, da gibt es ja noch viel mehr!:
Jeder ist seines Twitters Schmid – Der Twitter eines Menschen ist unbetatschbar – Wer andern eine Grube twittert, der twittert selbst hinein – He, Du hast ja wohl nicht mehr alle Tassen im Twitter! – Heil Twitter! – Wenn Du twitterst, dass ich twitter, dass Du twitterst, dass ich twitter, und so fort, und so fort.
Das ist es vermutlich, was mich hinter meiner ganzen Echauffage beunruhigt. Weil dann am Ende nicht mehr viel bleibt, vor dem der Einzelne wirklich geistigen Halt macht.
Nur bei einer Sache hört sich auch für Fritz Vogelind und die Twalmisten der Spaß auf: Wenn irgend jemand sich einmischen will. Die Freiheit zu müllen, darin ist man sich einig, muss erhalten bleiben, und zwar für jeden, und wenn wir die Müllproduktion dazu verzehnfachen müssen! Und vielleicht ist dieses, um zu einem Ende zu finden, bei allem Ärgernis gut so. Ein recht verlauster, dreibeiniger Wachhund ist allemal besser als überhaupt kein Wachhund.
Wie so oft während meiner täglichen Internet-Nachdenke, schießt mir wieder einmal Ralf-Timo-Svens langsam alt werdendes Internet-Alter-Ego Rolf-Kevin-Benjamin in den Kopf. Tag für Tag sitzt Rolf-Kevin-Benjamin in irgendeiner Stadt in einem mehr oder weniger anonymen, mehr oder weniger schicken, sehr bewusst gewählten Bistro oder Cafe, über mehrere Stunden, so viel es die Zeit eben erlaubt, man studiert ja schließlich oder hechelt irgendeinem Brotberuf hinterher, vor dem Laptop, durchforstet das Internet nach reizvollen Links oder Neuigkeiten, die man dann per Blog, Twitter oder DEM Super-Experten-Pingomaten überhaupt, am besten alle drei gleichzeitig, weitergeben kann, bis er dann, erschöpft und müde vom geistigen Tagwerk, nach Hause wankt, ja, vielleicht sogar realiter noch jemanden trifft, bevor er, ein paar Stündlein und einen Harald Schmidt später, und vielleicht ohne sich noch einmal vor den Laptop gepflanzt zu haben, ins Bett fällt, und der Tag von Neuem über seiner sich täglich, stündlich, minütlich neuenden, zerstreuten und, so wie bei uns Menschheit üblich, mit viel Illusion befeuerten Halb-Natur-Halb-Internet-Welt erwacht.
Es ist eine harte Arbeit, die sich jedes menschliche Mitgefühl verdient hat, und das Internet unterstützt alle Menschen, ob Gewinner oder Verlierer, wo es nur kann dabei, der Konfrontation mit sich selbst und seiner Innenwelt aus dem Weg zu gehen.
Wie murmelte doch der kaum genesene und noch unter Schock stehende Vogelind, als ihm tatsächlich einmal nichts zum Kringeln, Ablachen, Schenkelklopfen oder Einfach-Was-Andres-Denken eingefallen war: "Es war ein Gefühl, als stünde man in einem gerade von irgendwelchen Robotern sauber gemachten Reinraum. Völlig leer, mit einfach nichts zu verarschen drin!"


Stabreim for the 19th of November

Die Tasse Nescafé von Neubiberg

Mittwoch, 18. November 2009

Stabreim for the 18th of November

Der Morgenmantel von Mainz

Dienstag, 17. November 2009

Stabreim for the 17th of November

Der Langbogen von Sri Lanka

Montag, 16. November 2009

Stabreim for the 16th of November

Das Keilkissen von Kentucky

Sonntag, 15. November 2009

Stabreim for the 15th of November

Der Jacobsweg von Johannesburg

Samstag, 14. November 2009

Stabreim for the 14th of November

Das Insektoid von Islamabad 

Freitag, 13. November 2009

Stabreim for the 13th of October

Der Hegelianer von Hessen

Donnerstag, 12. November 2009

Stabreim for the 12th of November

Das Güllefass von Gibraltar

Mittwoch, 11. November 2009

Stabreim for the 11th of November

Die Jane Fonda von Fürth

Dienstag, 10. November 2009

Stabreim for the 10th of November

Die Enduro vom Engadin

Montag, 9. November 2009

Stabreim for the 9th of November

Der Dämon von Delmenhorst

Sonntag, 8. November 2009

Stabreim for the 8th of November

Die Currywurst von Kalkutta

Samstag, 7. November 2009

Stabreim for the 7th of November

Die Bachforelle von Babylon

Freitag, 6. November 2009

Stabreim for the 6th of November

Die arme Sau von Atlanta

Donnerstag, 5. November 2009

Stabreim for the 5th of November

Der Zapfenstreich von Zakynthos

Mittwoch, 4. November 2009

Stabreim for the 4th of November

Der Wadenwickel von Wuppertal

Dienstag, 3. November 2009

Stabreim for the 3rd of November

Die fantastischen Vier von Vilsbiburg

Montag, 2. November 2009

Stabreim for the 2nd of November

Die Urlaubsbekanntschaft von Ulan Bator

Sonntag, 1. November 2009

Stabreim for the 1st of November

Das Tapirweibchen von Temesvar

Samstag, 31. Oktober 2009

Stabreim for the 31st of October

Der Schweinsbraten von Schwerin

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Stabreim for the 30th of October

Das Riffelblech von Ravenna

Stabreim for the 29th of October

Das Quittengelee von Quebec

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Stabreim for the 28th of October

Der Paulanermönch von Palermo

Dienstag, 27. Oktober 2009

Stabreim for the 27th of October

Die Orgelpfeife von Omsk

Montag, 26. Oktober 2009

Stabreim for the 26th of October:

Die Nasentamponade von Nashville

Sonntag, 25. Oktober 2009

Stabreim for the 25th of October:

Die Möpse von Merseburg

Freitag, 23. Oktober 2009

Stabreim for the 23rd of October

Die Lorgnette von Linz

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Stabreim for the 22nd of October

Der Joghurtbecher von Jericho

Stabreim for the 21st of October

Die Inkunabel von Ingolstadt

Stabreim for the 20th of October

Die Maria Hellwig von Hallstadt

Montag, 19. Oktober 2009

Stabreim for the 19th of October:

Der Grottenolm von Granada

Sonntag, 18. Oktober 2009

Stabreim for the 18th of October

Das Fußgelenk von Florenz

Samstag, 17. Oktober 2009

Stabreim for the 17th of October

Die Epaulette von Erkenschwick

Freitag, 16. Oktober 2009

News from the AppStore

Ungefähr zwei Drittel aller Anwendungen im AppStore Spiele. Eine Unzahl davon beworben mit Slogans, wie: macht süchtig!, you won't put your Iphone away for hours!, I almost crashed my car while playing it!, fun for weeks!...


It's the addiction, it's the distraction, stupid.

Stabreim for the 16th of October:

Das Ding an sich von Damaskus

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Stabreim for the 15th of October

Die Cholinesterase von Caracas

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Stabreim for the 14th of October

Der Bodenleger von Bangladesch

Montag, 12. Oktober 2009

Stabreim for the 12th of October

Der Aldi von Avalon

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